Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



 Motiv: ©stockWERK - Fotolia.com

Motiv: ©stockWERK - Fotolia.com

Kennzahl: 9.11600

EEG-Umlage belastet zunehmend das Saarland


Industrielle, gewerbliche und private Stromverbraucher im Saarland haben 2014 (neuere Daten liegen gegenwärtig nicht vor) rund 477 Millionen Euro an EEG-Umlage gezahlt. Dem stehen lediglich 122 Millionen Euro EEG-Zahlungen für im Saarland produzierten Ökostrom gegenüber. Daraus folgt ein Negativsaldo von 355 Millionen Euro bzw. eine Pro-Kopf-Belastung von 358 Euro. Das ist ein neuer Rekord, wie die vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) veröffentlichte Bilanz der EEG-Zahlungsströme belegt. Das Saarland liegt bei der Pro-Kopf-Belastung damit inzwischen an der Spitze aller Bundesländer. Selbst in Nordrhein-Westfalen, das mit über drei Milliarden Euro den größten Negativsaldo unter allen Bundesländern aufweist, ist die Belastung je Einwohner mit 176 Euro deutlich geringer.

Grafik EEG Pro Kopf Belastung (jpg)


Saarländische Stromverbraucher zunehmend belastet

Während der saarländische EEG-Zahlungssaldo im Jahr 2010 noch einen Überschuss von 33 Millionen Euro aufwies, konnte das Saarland in den Folgejahren vom Zubau an EEG-Anlagen und steigender Ökostromproduktion nicht profitieren. Insbesondere der enorme Ausbau der teuren Fotovoltaik aber auch der Onshore-Windkraft in den anderen Bundesländern führte zu einer Umkehr der Verhältnisse. Bereits 2011 rutschte der saarländische EEG-Zahlungssaldo tief ins Minus (-128 Millionen Euro) und hat sich seither fast verdreifacht. Ohne eine grundlegende Reform der Ökostromförderung dürfte sich dieser Trend fortsetzen, zumal der Ausbau der Offshore-Windkraft jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt. Die EEG-Novelle 2014 hat insbesondere mit Blick auf die regionale Verteilung der Finanzierungslasten der Energiewende leider keine Besserung gebracht. Im Gegensatz zu den windhöffigen norddeutschen Bundesländern, die heute schon zu den EEG-Gewinnern zählen, dürfte die ab 2017 vorgesehene Förderung der Onshore-Windkraft über Ausschreibungen das Saarland eher benachteiligen als begünstigen.

Grafik EEG Salden 0915 (jpg)

Nachhaltige Energiepolitik ohne Subventionen

Eine nachhaltige Transformation der Energieversorgung kann nur gelingen, wenn die Kosten des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien begrenzt und mittel- bis langfristig abgesenkt werden. Dauersubventionen sind jedoch erwiesenermaßen das Gegenteil einer nachhaltigen Politik. Die IHK-Vollversammlung hat deshalb bereits Anfang 2014 in einer Resolution gefordert, die EEG-Förderung bis 2020 auslaufen zu lassen. Letztlich muss sich jede Technologie dem Wettbewerb stellen. Nur wenn sie sich aus sich selbst heraus rechnet, ist sie nachhaltig überlebensfähig.

Grafik EEG Zahlungssaldo 0915 (jpg)



Ihr Anliegen ist unser Auftrag

Ihr Anliegen ist unser Auftrag

EEG-Umlage belastet zunehmend das Saarland