Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



Kennzahl: 17.8271
01.01.2012

Auf ein gutes neues Jahr!

Von IHK-Präsident Dr. Richard Weber und IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch
Kolumne


Geschafft! Die Saarwirtschaft hat den tiefen Einbruch des Jahres 2009 inzwischen mehr als wettgemacht. Bei Wertschöpfung, Umsätzen, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit hat unser Land im vergangenen Jahr neue Bestmarken erreicht. Die Aufwärtsdynamik ist beachtlich und lässt für die Zukunft hoffen.

Motor für Wachstum und Beschäftigung war einmal mehr die Industrie. Sie ist gestärkt aus der Krise herausgekommen und konnte dank ihrer Innovationskraft in vielen Ländern Marktanteile hinzugewinnen. Ihre starke Exportorientierung dürfte sich auch zukünftig für unser Land als Vorteil erweisen.

Immun gegen rezessive Einflüsse von außen ist die Saarwirtschaft freilich nicht. Die Verunsicherung durch die Staatsschuldenkrise im Euroraum und die Eintrübung des weltwirtschaftlichen Umfeldes werden nicht spurlos an ihr vorbei gehen. Ob es nur zu einer Konjunkturdelle kommt, ob eine längere Wachstumspause droht oder gar eine Rezession, das liegt vorwiegend in den Händen der Politik.

In Europa gilt es, verloren gegangenes Vertrauen rasch zurück zu gewinnen. Haushaltsdisziplin, nationale Schuldenbremsen und automatische Sanktionen für Fiskalsünder – diese jüngst beschlossenen Lösungswege weisen den Weg dorthin. Sie sollten deshalb bis zum nächsten EU-Gipfel im März umgesetzt werden. Lassen wir uns von den Skeptikern nicht ins Bockshorn jagen: Die Währungsunion ist ein Vorteil für Deutschland und nützt uns im Saarland in besonderem Maße. Sie hat unseren Unternehmen neue Chancen eröffnet, die Beschäftigung erhöht und verlässliche Kalkulationsgrundlagen geschaffen. Diese Vorteile gilt es zu bewahren und abzusichern.

In Deutschland stellen sich durch die abrupte Energiewende im vergangenen Jahr ganz neue Herausforderungen. Denn als Industrieland sind wir heute mehr denn je auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen. Und darauf, dass der Strom bezahlbar bleibt. Beim Strompreis nimmt Deutschland bereits heute eine Spitzenposition ein – vor allem aufgrund hoher staatlicher Zusatzlasten. Und deren Dynamik ist beängstigend. Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sollten deshalb die Einspeisevergütungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes deutlich schneller als vorgesehen abgesenkt werden. Bei den nötigen Investitionen in neue Stromtrassen, Stromspeicher und Kraftwerke brauchen wir zudem eine deutliche Verkürzung der Genehmigungsdauern. Und natürlich die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zu diesen Herausforderungen kommen im Saarland zwei weitere hinzu: die Konsolidierung der Landesfinanzen, die energisches und zukunftsorientiertes Sparen erfordert und der Fachkräftemangel, der im Saarland besonders spürbar wird, weil die Erwerbsbevölkerung hier deutlich schneller zurückgeht als in anderen Regionen. Entsprechend rasch müssen wir die im vergangenen Jahr vereinbarte Allianz für Fachkräftesicherung mit Leben füllen. Unsere IHK wird dazu auf vielfältige Weise beitragen. Gerade hier im Saarland kommt es darauf an, die Kräfte zu bündeln. Gemeinsam werden wir es schaffen!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2012.